02.4a Malta Non Dom und Steuern

Malta Non Dom und Steuern

Malta Non Dom (Non-Domiciled)

Maltas Non Dom Status

Malta war vor seiner Unabhängigkeit 150 Jahre lang britische Kronkolonie. Diese Zeit hat nicht nur die Insel selbst, sondern auch das maltesische Rechtssystem nachhaltig geprägt. Teil dessen ist ein altes englisches Gesetz, nach dem in den Kolonien erwirtschaftete Erträge in England steuerfrei blieben, solange sie nicht nach dorthin eingeführt wurden. So konnte sich der betreffende Steuerpflichtige in Großbritannien aufhalten, war dort aber nicht im Rechtssinne ansässig (“domiciled”) und musste daher auf seine Auslandseinkünfte in den Kolonien auch keine Steuern zahlen. Zur Beschreibung dieses besonderen Status hat sich der englische Ausdruck “non-domiciled” eingebürgert, der üblicherweise als “Non-Dom” abgekürzt wird.

Maltas Non Dom Status heute

Eben dieser Non-Dom-Status steht Ausländern auf Malta noch immer zur Verfügung. Personen mit Non-Dom-Status können auf Malta wohnen und so, unter bestimmten Voraussetzungen, Einkünfte aus Zinsen, Dividenden, Verkäufen und Ähnliches erzielen, ohne auf Malta auch nur einen Cent Steuern dafür zahlen zu müssen. Doch im Gegensatz zum EU-Partnerstaat Zypern, wird diese Steuerfreiheit nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt.

Aufenthaltserlaubnis

Einschränkungen für den Non Dom in Malta

Zu bedenken ist, dass der maltesische Non-Dom-Status sich nur auf im Ausland erzielte Einkünfte bezieht und auch nur auf solche, die auch im Ausland verbleiben.

Haben die Einkünfte hingegen einen Bezug zu Malta, etwa als dort erzielte Gewinne oder als Einkommen aus einer dortigen Geschäftstätigkeit, handelt es sich immer um Inlandseinkünfte, welche auf Malta voll zu versteuern sind. Gleiches gilt, wenn die Einkünfte zwar im Ausland erwirtschaftet, dann aber nach Malta, beispielsweise zur Finanzierung der laufenden Lebenshaltungskosten, ausgeschüttet werden.

Diese entsprechend einschränkende Regelung wird allgemein als Remittance Base Besteuerung bezeichnet.

Nachteile der Remittance Base Besteuerung in Malta

Einkünfte die nicht der Besteuerung unterliegen sollen, müssen dazu auf ein Bankkonto außerhalb des Non-Dom-Staates fließen, dort gehalten werden und dürfen auch folgend nicht in den Non-Dom Staat eingeführt oder gar dort verwendet werden. Zudem dürfen die Einkünfte nicht aus inländischen Quellen stammen. Sobald diese Regelung keine Beachtung durch den Non Dom findet, unterliegen diese Einkünfte, trotz Non Dom Status, der regulären Einkommenssteuer des jeweiligen Landes.

Das diese Regelung im alltäglichen Geschäfts- und Privatleben durchaus Probleme mit sich bringen kann und in vielen Fällen genau das Gegenteil von „vereinfachten Steuerstrukturen“ bedeutet, zeigt sich an einem simplen Fallbeispiel:

Ein Unternehmer verlagert seinen Wohnsitz auf die Insel Malta, um dort von den Vorteilen des Non Dom Malta steuerlich zu profitieren. Zu bedenken hat er nun u.a. folgende Umstände, welche aus der in Malta geltenden Remittance Base Besteuerung heraus resultieren:

  1. Möchte der Non Dom, um seine Geschäfte unmittelbar vor Ort führen zu können, seine Gesellschaft in Malta niederlassen, so hat er sämtliche Dividenden, sprich den gesamten erwirtschafteten Gewinn aus seiner Gesellschaft, der regulären Einkommenssteuer Maltas zu unterwerfen.
  1. Da bereits der Einsatz einer Auslandskreditkarte des Non Dom in Malta dort anteilig zur Steuerpflicht führt, kann man sich vorstellen, wie sehr die Remittance Base Besteuerung das Privat- und Geschäftsleben in der Praxis verkompliziert. Mal abgesehen von dem enormen buchhalterischen Aufwand, der alle Arten des Kapitalverkehrs auf Herkunft und Besteuerung  darstellen muss, stellt sich für den Non Dom doch u.a. auch die Frage:  Auf welche Weise bestreite ich meinen Lebenshaltungskosten, wie und aus welcher Quelle stelle ich Anschaffungen und Investitionen in Malta dar?

Eine häufig angebotene Lösung bietet augenscheinlich die Gründung und der Unterhalt einer weiteren Gesellschaft, einer Malta Holding.

Die Malta Holding – Ausweg aus der Remittance Base Besteuerung?

Damit die „alten“ Non-Dom-Staaten konkurrenzfähig gegenüber dem modernen Non Dom bleiben, haben sich einige kreative Köpfe eine „Lösung“ für die mit der Remittance Base Besteuerung einhergehenden Probleme ausgedacht – die Gründung einer maltesischen Holding Gesellschaft. Und diese Konstruktion funktioniert folgendermaßen:

Im Malta gründet der Non Dom nicht nur eine Gesellschaft, sondern gleich mindestens zwei Gesellschaften – eine operative Gesellschaft und darüber hinaus eine Malta Holding. Alleiniger Gesellschafter der operativen Malta Gesellschaft stellt folgend die Malta Holding. Die Malta Holding Gesellschaft wiederum gehört einer Gesellschaft oder auch Privatperson außerhalb Maltas.

Anmerkung: Damit die „Lösung“ auch in der Praxis Rechtsbestand hat, gibt es darüber hinaus noch einige Dinge zu beachten. So darf es sich beispielsweise bei der operativen Malta Gesellschaft und auch Malta Holding nicht um eine rechtswidrige Zwischengesellschaft handeln. Diese liegt regelmäßig dann vor, wenn die Gesellschaft keine Substanz besitzt (Briefkastengesellschaft ohne Mitarbeiter und Betriebsstätte) oder gar vom Ausland aus „geleitet“ wird.

Unser Fazit

Wer Malta liebt und aus diesem Grunde gern als Non Dom auf Malta leben möchte, kann u.a. mit Hilfe des vorgenannten Konstrukts die Vorteile des Non-Dom-Status in Malta durchaus für sich nutzen. Zumindest eingeschränkt. Die einmaligen und laufenden Mehrkosten für die Firmengründungen, die Verwaltung und die Buchhaltung mit Bilanzierung liegen jedoch für Malta sicherlich doppelt bis dreifach über dem Satz anderer Non-Dom-Staaten.

Einen direkten Vergleich der aktuell nachgefragten Staaten mit Non-Dom-Programm bieten wir Ihnen auf dieser Seite unter Non Dom Staaten im Vergleich

Malta Non Dom und dessen Anforderungen

Im Gegensatz zu einigen anderen Non-Dom-Staaten, stellt Malta einige besondere Anforderungen an den werdenden Non Dom, so beispielsweise

  • einen Nachweis ausreichender finanzieller Mittel (Single: 14.000,00 Euro pro Jahr / Ehepaar: 23.300,00 Euro pro Jahr),
  • einen Nachweis einer für Malta gültigen Krankenversicherung,
  • den Nachweis über die Anmietung von Wohnraum mit einer Mindestmiete von 9.600,00 Euro pro Jahr,
  • die Gründung mindestens eines Unternehmens erforderlich/empfohlen,
  • die Kosten der Antragstellung liegen in Malta bei mindestens 1.000,00 Euro.

Die reguläre Einkommenssteuer Maltas

Der Einkommensteuersatz für natürliche Personen beträgt zwischen 0 % und 35 %. Die Besteuerung des Einkommens einer natürlichen Person ist davon abhängig, welcher Einkommensstufe der Steuerpflichtige angehört.

Prinzipiell gilt: Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Die Körperschaftssteuer ist auf 35 % festgesetzt. Für Unternehmen mit niedrigem Gewinn gelten ermäßigte Steuersätze oder vollständige Steuerbefreiungen.

Alle Einwohner Maltas müssen Einkommensteuer entrichten, unabhängig davon, ob sie abhängig beschäftigt oder selbständig sind. Gebietsansässige (d. h. Personen, die sich in der Regel länger als 183 Tage pro Jahr im Land aufhalten) müssen das in Malta und im Ausland erzielte Einkommen versteuern. Ausländer, die in Malta leben und arbeiten, zahlen nur auf das in Malta erzielte Einkommen Steuern.

Gebietsansässige können sich für eine Quellensteuer in Höhe von 15 % für Bankeinlagen und Erträge aus Anleihen und Aktien entscheiden. Auf Dividenden, die von in Malta eingetragenen Unternehmen an die Aktionäre ausgeschüttet werden, wird den Aktionären eine Steuergutschrift in Höhe der Steuer gewährt, die das Unternehmen für den der Dividende zugrunde liegenden Gewinn entrichtet.